Dryas Verlag präsentiert Ivonne Hübner
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Die Autorin zum Roman


In den vergangenen Jahren wurde ich dahingehend kritisiert, dass der Roman so düster sei, so ohne jede Hoffnung, so total traurig.

Nun stelle man sich vor, dass Margaretes und Christophs Geschichte in der Zeit eines Stephan Fridolin („Fortunatus” 1509) oder eines Sebastian Brandt („Das Narrenschiff” 1495) einen absolut normalen Verlauf genommen hat da war nicht viel Schönes und Romantisches. Das Wort "Romantisch" gab es zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. Was hätte mich also bewegen sollen, die Ausgangslage eines Hans Wiedemann zu beschönigen und im Stil eines Zeitalters zu verfassen, in der die Geschichte sich gar nicht ereignet hatte?

Man stelle sich eine Zeit vor, in der man zwar nicht sensibel mit den Schwächen anderer Menschen umging, sie aber umso härter strafte, wenn sie nicht in das Sittenbild einer von mittelalterlichen Normen geprägten Gesellschaft passten. Menschen waren so viel wert, wie sie an Arbeitskraft hergaben. Was erscheint auf der Bühne der Welt als bewundernswert? Nichts als der Mensch, so schreibt Pico della Mirandola und zeigt sich damit seiner Zeit voraus. In der Zeit, in der Margarete und Christoph (oder ein Hans Wiedemann) lebten, galten lediglich das Göttliche und die göttliche Fügung als bewundernswert.

Im Roman versuchte ich, eine Sicht hinein in den Menschen zu ermöglichen. Es war nicht vordergründig der Versuch, eine Liebesgeschichte vor historischer Kulisse zu schildern, wie sie zuhauf in den Regalen von Buchhandlungen zu finden sind. Es war mir wichtig, Zwischenmenschliches zu hinterfragen und dabei zeigte sich, dass vieles von dem, was vor fünfhundert Jahren das menschliche Denken bestimmt hat, im einundzwanzigsten Jahrhundert wieder an Aktualität gewinnt: Fürsorge innerhalb der Generationen, Vorsorge fürs Alter, Schuldigkeit vor Geschädigten eingestehen.

Dass es mir gelungen ist, die Fenster zu Seelen einer in anonymisierte Riten verstrickten Gesellschaft aufzustoßen, zeigt die Mehrzahl der Romankritiken. Ich freue mich über Urteile, die Teufelsfarbe als „endlich etwas Unbeschöntes und absolut Anderes” bezeichnen.

Ihre Stimme interessiert mich, daher schreiben Sie bitte an: info (at) dryas.de, wenn Sie etwas anmerken möchten.
Herzlichen Dank!

 

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