Dryas Verlag präsentiert Ivonne Hübner
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Slawenstämme und Ortschaften

  • Brandenburg:, Mark- Zentrum der →Heveller (Stodoranen) und Sitz des christlichen Heveller-Fürsten Pribislaw-Heinrich, der schon 1142 den Askanier Albrecht als Erben eingesetzt hat.
  • Brenszla: siehe Prenzlau
  • Broda: Stadtteil des heutigen Neubrandenburg (kreisfreie Stadt in Mecklenburg Vorpommern), in der Handlungszeit wahrscheinlich Siedlungskern der ansässigen Slawen. Dort wurde am 18.08.1170 bei der Wiederherstellung des Havelberger Domstifts von Herzog Kasimir I. von Pommern ein Kloster gegründet. Von dort wurde auch die Christianisierung vorangetrieben.
  • Edessa: Grafschaft und Stadt im islamischen →Seldschukengebiet, 1089 während des Ersten Kreuzzuges in lateinisch-christlichen Händen, Weihnachten 1144 von →Imad al-Din Zengi zurückerobert, was willkommener Auslöser des Zweiten Kreuzzuges war.
  • Havelberg: Stadt im heutigen Sachsen Anhalt. Wahrzeichen des Elbe-Havel-Landes: Dom St. Marien. Bereits 983 von Kaiser Otto I. zum Mittelpunkt des Bistums erhoben
  • Heveller / Stodoranen: slaw. Stamm in den Mittelelbe-Gebieten und der Havel-Spree-Region «Das Reich der Mitte»
  • Jerichow: Stadt im Jerichower Land (heut Sachsen Anhalt; ehemals zwischen Elbe und Jerichower See) an der Tanger (nahe Tangermünde, damals slawisches Gebiet)
  • Kessiner: slaw. Stamm um Kessin siehe Wilzen
  • Lutizen: siehe Lutizenbund
  • Lutizenbund: Zusammenschluss der freien Bauern und Führer (Fürsten / Häuptlinge) der wilzischen Kernstämme: Redarier und Tollenser (beide Stämme um den Tollensesee nahe Neubrandenburg), Zirzipaner (um Teterow, Teterower See) und Kessiner (Kessin nahe Rostock). Nach 955 verbündeten sich die wilzischen und obodritischen Slawen gegen die Christianisierungspolitik und den Feudalstaat der Sachsen und Franken sowie gegen die Territorialansprüche der Polen (die Zuweisung der slaw. Siedlungsgebieten zu christlichen Bistümern ordnet J. HERRMANN in die Jahre zwischen 948 und 968). Den Polen gelang es immer wieder bis nach Spandau (bei Berlin) vorzudringen. 983 führte der Lutizenaufstand zum Eklat gegen die Christen und stellte vorübergehend die slawische Autonomie wieder her. Um 1050 stellten sich die Obodriten gegen die lutizischen Stämme und dehnten das obodritische Land von Dänemark und Sachsen nach Osten hin aus. über die Ursachen des Bruderkrieges ist nichts überliefert. 1120 bestand der Bund nur noch aus wenigen Stämmen in der heutigen Uckermark, Schorfheide (östliche Grenze des letzten Bundes: Müritz), der Bund zerfiel noch in der ersten Hälfte des 12. Jh. Im Laufe der stringenten Ostbesiedlung und Missionierung; das Lutizen Zentrum Rethra ging unter und geriet in Vergessenheit.
  • Magdeburg: [mhd. maht st.f. Vermögen, Kraft, Macht; mahtec – mächtig. burc stf. – Burg, Schloss] heute Hauptstadt von Sachsen Anhalt, im 12.Jh. Provinzhauptstadt und Metropolitensitz der Erzbischöfe
  • Nordmark: nach dem Tode des Markgraf Gero (965) gebildetes Gebiet, das im Wesentlichen das Gebiet der späteren Mark Brandenburg umfasste, fließende Grenzen zur Mark der Billunger (Eilika, die Mutter Albrechts von A. war die letzte des Billunger Geschlechtes), zu Polen, zur Lausitz, zum Hzgtm. Sachsen und zu slawischen Gebieten. Im 11. und 12. Jh. war das Gebiet den Häusern der Udonen (Stade) und der Plötzkauer unterworfen. Auszug aus der Markgrafenfolge:
    1106/14 Rudolph I von Stade † 1124
    1130 Rudolph II. † 1144
    1130 Konrad von Plötzkau † 1133, Sohn Helferichs von Plötzkau
    1134 - 1147 Albrecht von Askanien † 1170 Die N. wurde unter Albrecht von Askanien zur Mark Brandenburg.
  • Oberuckersee siehe Uckerseen
  • Obodriten (oft auch Abodriten): zwischen Kieler Förde und Warnow: Großstamm der Obodriten im Eigentlichen: Slawen von der Wismarer Bucht bis südlich des Stettiner Sees, Hauptburgen befanden sich in Dobin, Mecklenburg und Schwein. Zentren der O.waren Starigrad (siehe Oldenburg i. Holst.) und Ratzeburg Unterstamm: Wagrier in Ostholstein, zwischen Kieler Förde und Trave; Haupthandelsplatz Starigrad/Oldenburg, im frühen 10.Jh. durch Otto I. unterworfen und zum Christentum bekehrt, behielten jedoch einheimische Fürsten; 1138/39 von nordelbischen Sachsen bekriegt und unterworfen Unterstamm: Polaben / Polanen zwischen Trave und Elbe, Lübeck; heute Lauenburg und niedersächsisches Wendland; 1139 von Heinrich dem Löwen an Heinrich von Badwide zu Lehen gegeben
    Unterstamm: Warnower an der oberen Warnow und Mildenitz
    Unterstamm: Linonen zwischen heutigem Schalsee und Schweriner See.
  • Parduin: Im Jahre 1147 erlaubt der Slawenfürst Pribislaw-Heinrich die Gründung eines Stiftes in der Nähe zur Brandenburg. Als Tochterstift von Leitzkau (bei Magdeburg) wurde eine Prämosntratenser-Kanonie in Parduin (Heute Pfarrkirche St. Gotthardt) angesiedelt. Es gab neun namentlich bekannte Chorherren, die vom Liebfrauenkloster Magdeburg ins Hevellergebiet ausgesandt wurden, um die neue Kanonie zu führen.
  • Pawei: Ticinum Paipiae – Pavia, itl. Stadt in der Region Lombardei; ab 568 erste Hauptstadt des Langobardischen Reiches
  • Pomoranen: slaw. Stamm des heutigen Gebietes von Stettin entlang der Ostseeküste bis Kotobrzeg
  • Prenzlau: Brenszla 934 erstmals urkundlich erwähnt, Stammeszentrum der Uk(e)ranen / Ukrer (siehe dort) Siedlung eines Mannes namens Premyslaw; als Ortschaft Prenzlau erstmals 1187 urkundlich erwähnt, wendische Fischersiedlung am Nordostufer des Unteruckersses, Schnittpunkt der Handelsstraßen von Magdeburg nach Stettin. Die Stadtgründung ist auf Slawenfürst Pribislaw-Heinrich zurückzuführen
  • Ranen: [slaw. rano – Morgen, Frühe, ranje – Morgen, Osten, Ranše morjo – Ostsee, der Wortstamm kann auch mit Bewegung, Steigung, Hinaufsteigen in Verbindung gebracht werden, vgl. P.Ja.Cernych, Istoriko-etimologiceskij clovar', Moskau 1994] Stamm auf der heutigen Insel Rügen und dem nahen Festland; bekannteste Tempelanlage seit der Zerstörung Rethras (1068/69) findet sich auf dem Kap Arkona, der Hauptgott war →Svantevit. Wichtigster Seehandelsplatz war Ralswiek (südlichster Punkt des Jasmunder Boddens)
  • R(h)edarier / Redanen: slaw. Teilstamm des Lutizenbundes siehe dort. An die Redarier grenzten im Süden die Rezanen u. Heveller, im Westen die Tollenser, gegen Osten stießen sie auf die Ukranen, gegen Norden wurden sie von der Ostsee begrenzt
  • Rethra: siehe Lutizenbund
  • Sczcecin: Stettin. 1121 eingenommenen, 1125 christianisiertes Handelszentrum im heutigen Polen am Jezioro Dabie (Ausläufer des Oderhaffs – Küstenbucht, in die die Oder mündet) gelegen. 1147 Bereits Bischofssitz mit christlicher und Pomoranischer Bevölkerung
  • Seldschuken: (1040-1194) türkische Fürstendynastie, sunnitische Muslime; Reich der Groß-S.: über Mittelasien, über den Iran, Irak, Syrien, Anatolien und über Teile der arabischen Halbinsel. Thronstreitigkeiten innerhalb des Reiches zersplitterten das Land und schwächten es. Die Osmanen traten zu Beginn des 14. Jh. das Erbe der Seldschuken in Anatolien an
  • Sorben: (siehe auch Spre(e)wanen) lat. surbi, sorabi, zur Etymologie vgl. Serben; obersorb. Serbja, niedersorb. Serby; slaw. Stamm um Ober- und Niederlausitz – BL Sachsen und Brandenburg) Die S. pflegen heute als binnendeutsche Minderheit eine eigene Sprache und Kultur und haben eine offiziell anerkannte Flagge und Hymne. Lokalisierung des lokal-temporischen Stammesgebietes bleibt in der Forschung umstritten, entspricht jedoch in etwa dem Stammesgebiet der Lusizi (Lausitzern [nicht zu verwechseln mit Lutizen!]) Beeindruckendes Beispiel für frühsorbische Kultur stellt die steinerne Schalmauer auf der Landeskrone (Görlitz) dar. Bereits im 9. u.10. Jh. verfügten die S. über 50 civitates zentrale Burgen oder einen Burgbezirk mit zugehörigen Siedlungen. Ab dem 13. Jh. wurde die Bezeichnung Sorben allmählich auf die siedelnden Lutizi und Milzener übertragen.
  • Spre(e)wanen: slaw. Stamm des Oberlausitzischen Spreegebietes (siehe Sorben) nördl. Grenze: Ukranen, westl. Grenze: Lebuser (heute poln. Lebus) südl. Grenze: Lusizi; östl. Grenze: Heveller (Stodoranen)
  • Starigrad: Oldenburg (in Holstein) slawisches Stammeszentrum der Obodriten (genauer der Wagrier Slawen)
  • Stodoranen: siehe Heveller
  • Tollenser: siehe Wilzen, slaw. Stamm um den Tollensesee, am Flusslauf der Tollense gelegen
  • U(e)ckerseen eigtl. Ueckerseen nördlich: Unterueckersee, südlich: Oberueckersee von der Uecker (siehe dort) gespeiste Seen. Prenzlau nördlich des Unterueckersees
  • Uk(e)ranen: slaw. Stamm (Ukrer) gehören neben den Retschanen [hier liegt das slaw. reka – Fluss der Volksbezeichung zugrunde] zu den Westslawen um die Uckerseen, entlang der U(e)cker, und den Prybiat Sümpfen; Gebiet ab dem 14.Jh. als Uckermark bezeichnet; 948 zu Bistum Brandenburg angegliedert
  • Unteruckersee siehe Uckerseen.
  • Varinum: heute Waren an der Müritz, Stadt in Mecklenburg Vorpommern; Ortsname geht vermutlich auf den slaw. Stamm der Variner zurück, wurde um 150 v.Chr. vom alexandrischen Geografen Claudius Ptolemäus erwähnt
  • Wenden: [lat. Veneti – 1. Gebiet des Volkes; 2. illyrischer Stamm; 3. gall. Volk zwischen Loire und Seine] überbrachte Bezeichnung für verschiedene Völker, die sich bes. für altertümliche und mittelalterliche Autoren und Chronisten durch unbekannte Wurzeln und plötzliches Auftauchen auszeichneten, ca. um 1000 n.Chr. manifestierte sich der Begriff für die Gesamtheit aller Slawen. Spätere Eingrenzung der W. auf das Gebiet der Nordwestslawen (Germania Slavica – Nord- und Ostdeutschland): Großstämme der Obodriten, Wilzen und Sorben und deren zahlreiche Kleinstämme. Heutiges «Wendland» bezeichnet das Gebiet um - Naturpark Elbufer zwischen Lüneburg und Arendsee 1147 im Wendenkreuzzug belagert
  • Wilzen: slawisches Groß-Stammesgebiet. Seit 10.Jh. auch L(i)utizen genannt Kessiner an der unteren Warnow Zirzipanen zwischen Recknitz, Tebel, Peene Tollenser östlich und südlich der Peene am Tollensesee Redarier südlich und östlich des Tollensesees und an der oberen Havel
  • Walhalla: das himmlische Reich der Wiedergeburt des alten heidnischen Glaubens
  • Wol(l)in 1. in der Oderbucht (Zatoka Pomorska) gelegenes, altslawisches Handelszentrum (Slawenstamm: Pomoranen) neben Stettin wichtiger Anlaufpunkt der christlichen Mission 2. nahe Brandenburg a.d. Havel
     

     
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